Wer Kinder hat, der weiß, dass diese mit allen Sinnen lernen. Gerne und schnell. Und auch als erwachsene Menschen erleben wir eine schnelle Lern-Entwicklung, wenn wir unsere Sinne „anschalten“. Warum knipsen also viele Führungskräfte die Sinne, sprichwörtlich das Gespür für das angemessene Maß, die angemessene Situation, Anrede, Lösung, Bemühung, Aufrichtigkeit, Belohnung und das eigentliche Menschsein aus?

Sind Gespür und Emotionen tatsächlich unprofessionell im Business? Ist eine Führungskraft weniger Führungskraft, wenn sie instinktiv dem eigenen Impuls und Gespür für den Umgang mit den Mitarbeitern folgt? Ist eine Führungskraft die bessere Führungskraft, wenn Sie strukturiert die Pläne verfolgt, verbissen die Zieldefinitionen wiederholt und unnachgiebig Emotionen unterdrückt? Sind Führungskräfte glaubhaft, die die Ziele des Unternehmens umsetzen obwohl diese gegen ihre Ethik, Moral oder Gewissen verstoßen? Vertrauen wir uns Führungskräften an, die krampfhaft die Flagge hochhalten und die eiserne Maske aufsetzen?

Meine besten Chefs waren die, die echte Emotionen gezeigt haben – von visionären Gänsehautreden auf den Weihnachtsfeiern über cholerische Wutausbrüche. Und diese sind auch den Mitarbeitern individuell und entsprechend ihrem Händchen (Gespür) für Menschen begegnet und haben gerecht und individuell geführt.

Sich die eigenen Emotionen und Sinne zu verbieten ist der Nährboden für Krankheiten, diese sehr häufig als so genannte „Manager-Krankheiten“ deklariert werden: Herzprobleme, hoher Blutdruck, Stress, Schlafstörungen, Burnout, Rückenschmerzen, Bandscheiben….

Der Druck, die Wut, die Angst, die Überforderung, die Hilflosigkeit, das Anerkannt werden, die Versagensangst, das eigene Ego will gestreichelt werden … alles muss raus wird aber unterdrückt. Dazu kommen Unzufriedenheit, Unglaubwürdigkeit, machtpolitische Kämpfe, unnötige Meetings und das gefühlte „Erschlagen“ werden von bunten PowerPoint Folien. Und zusätzlich leiden unsere Familien und Teams unter eben den Führungskräften, die in die emotionale Selbstgeißelung gehen.

So macht Führung erstens keinen Spaß und bringt zweitens auch keinen Mehrwert.

Die Forschung der Neurowissenschaften hat sich diesem Thema schon vor längerem angenommen und eröffnet uns neue Möglichkeiten gezielt die Bedeutung von Emotionen im Management zu belegen und die Wirksamkeit dieser zu erhöhen.

Alle sprechen von „neuer, digitaler Führung“. Keiner spricht davon, dass Führung insgesamt emotionaler werden muss. Insbesondere die neue Führung (agil, digital, gesund, resilient, krisenfest) setzt Kompetenzen voraus, die darauf fußen, dass Managerinnen und Manager sich trauen ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Ihre Meinung zu äußern, Nähe zu geben, Lösungen anzubieten, hinzuhören, statt nur zuzuhören oder gar wegzuhören.

Wenn wir wollen, dass sich unsere Teams auf die Zielgerade bewegen, dann müssen wir Herz und Verstand gewinnen. Und das nicht nur einmalig in der Change-Kommunikation.

Wenn wir wollen, dass sich unsere Entscheidungsqualität erhöht, dann müssen wir alle unsere Sinne aktivieren und nutzen. Und auch unseren Teams dazu die Erlaubnis geben und sie dahin befähigen.

Wenn wir wollen, dass wir „bessere“ zumindest glaubhaftere Führungskräfte werden und zu Selbstorganisation anregen, dann müssen wir den ersten Schritt gehen und uns selbst reflektieren. Unsere Kompetenzen müssen uns bewusst sein, genauso wie unsere Emotionen. Lassen Sie los und schärfen Sie Ihre Sinne, Ihre Selbstwahrnehmung und Ihr Selbstmitgefühl. Starten Sie jetzt mit uns.

Ihr Team von 2bessential

#emotioninbusiness #leadership #andersmachen

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